Online Plattform "10 Jahre Erdölförderung im Tschad"

Am 10. 10. 2003 floß erstmals Erdöl über die Tschad-Kamerun-Pipeline. Mit einem täglichen Fördervolumen von 170.000 Barrel wurde das Öl aus dem Tschad auf den Weltmarkt gebracht. Das Weltbankprojekt sollte zum positiven Beispiel einer Großinvestition der Rohstofferschließung werden, die diesmal den betroffenen Menschen im Tschad und in Kamerun Wohlstand bringen sollte. Vielfältige Instrumente, wie Umweltverträglichkeitsstudien, Monitoring, Gesetze zugunsten der Erdölregion und zukünftiger Generationen, zivilgesellschaftliche Begleitung und internationales Lobbying ermöglichten eine einzigartige Dokumentation und milderten sicherlich die negativen Auswirkungen für die Bevölkerungen der beiden afrikanischen Länder ab. Der versprochene Wohlstand blieb allerdings in beiden Ländern aus.
Die Arbeitsgruppe Tschad hat über den gesamten Zeitraum die tschadische und kamerunische Zivilgesellschaft darin unterstützt, sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene für ihre Anliegen Gehör zu finden. Die Lobbyaktivitäten ermöglichten zwar eine Linderung der negativen Auswirkungen, dennoch sind die Auswirkungen in der Erdölregion massiv. Zudem hat die Erdölförderung die Konfliktdynamik auf nationaler Ebene beeinflusst.

Mit dieser interaktiven Online Plattform möchten wir allen Menschen und am Prozess beteiligten Akteuren die Möglichkeit geben, sich zu den Ereignissen rund um die Erdölförderung im Tschad zu äußern und ihre eigenen Erfahrungen und Schlussfolgerungen zu teilen.

  • Was passierte in diesen vergangenen 10 Jahren?
  • Wie wurde das tägliche Leben im Tschad durch die Erdölproduktion beeinflusst?
  • Welche Entschädigungen wurden wofür gezahlt und welche Auswirkungen hatte dies?
  • Wie wurde die Zivilbevölkerung über bevorstehende Veränderungen ihrer Lebensbedingungen von der Regierung und den Erdölkonzernen informiert?
  • Welche Konsequenzen müssen von wem gezogen werden, damit die Ressource Erdöl gerecht gefördert und verwendet wird?
  • Welchen Beitrag können Sie persönlich dazu leisten?

Diese dreisprachige Plattform soll eine breite Beteiligung an der Reflektion und kritischen Analyse der Auswirkungen der Erdölförderung ermöglichen. Hierbei sind nicht nur Stimmen der Fachleute gefragt, sondern eines jeden Menschen. Ein Austausch auf Augenhöhe ist möglich.  
Beteiligen Sie sich an der Auseinandersetzung mit dem Thema Erdöl! denn es ist endlich.